So viel Wert kann ein Stempel sein…

Veröffentlicht Schreibe einen Kommentar

Endlich konnte ich heute die Leinen lösen und bin guten Mutes losgefahren. Nach einer Stunde kam ein Armada-Boot mit Blaulicht angeschossen und zwang mich anzuhalten. Kontrolle. Zum Glück musste ich kein schlechtes Gewissen haben, war ich vorgängig beim Zoll, bei der Polizei, Immigration und der Armada, habe gewissenhaft ausklariert, die Rechnung bezahlt und bekam sogar noch eine Mail an „Sir Captain Peter Hofmann“, in der mir bestätigt wurde, dass ich nun starte dürfe. Diese Kontrolle ist also eine reine Routine – dachte ich bis zu diesem Zeitpunkt…

Die Armada sah sich ein Papier sehr lange an, da hier anscheinend etwas überhaupt nicht stimmte. Es wurde gefunkt, telefoniert, diskutiert und am Schluss waren sie sich einig, dass ich so auf keinen Fall weiter segeln dürfe und auf direktem Weg zurück in den Hafen müsse. Ohne Stempel sei dieses Papier wertlos. Ich war fassungslos. Unter Geleit der Armada musste ich also zurück. Im Büro der Armada wurden dann über zwei Stunden alle Papiere nochmals kontrolliert, noch einige zusätzliche angefertigt, danach kam ein hoher, sehr netter Beamte extra auf Pagan, um mir hier vor Ort feierlich diesen „wertvollen Stempel“ aufzudrücken.

Morgen starte ich erneut und hoffe…

Warten auf gutes Wetter

Veröffentlicht Schreibe einen Kommentar

Ein starker Nordwind hält mich seit Tagen in Puerto Montt gefangen.
Während der letzten Nächte ist die Temperatur teilweise unter den Gefrierpunkt gefallen. Abends sitze ich in Pagan, feure den Ofen ein und habe es gemütlich warm.

Den Bericht über die Überfahrt von Madeira bis zu den Falklandinseln habe ich nun fertig geschrieben.
Viel Spass beim Lesen!

–> Hier geht es direkt zum vollständigen Artikel.

Zurück in Chile

Veröffentlicht Schreibe einen Kommentar

Am 16. Mai 2019 bin ich nach zwei Monaten nach Puerto Montt zurückgekehrt. 

Pagan finde ich in der Marina del Sur so vor, wie ich sie verlassen habe – nur ist das Wasser nicht mehr so blau und ruhig, der Herbst hat auf der Südhalbkugel begonnen.
Trotz Herbst, teilweise heftigem Regen und bissig kaltem Wind liegt nach wie vor auf jeder Tonne mindestens ein Seelöwe und ruht sich genüsslich aus.

Die zwei Monate in der Schweiz vergingen wie im Fluge. Es war sehr schön, Gertrud, unsere Töchter, die Familie, Freunde und Bekannte wieder zu sehen. Es ist mir erst in diesem Moment bewusst geworden, wie viele Leute sehr interessiert mit mir mitgefiebert und mich auch gedanklich unterstützt haben. 
Die Zeit in der Schweiz war aber auch etwas eigenartig, denn meine intensive Zeit auf Pagan, die Weite des Ozeans, die Natur, die Ruhe, die eisige Antarktis – nichts hatte einen Berührungspunkt mit der Welt Zuhause.  Beide Welten schienen mir etwas unwirklich zu sein.

Die Zeit in der Schweiz verging so schnell, dass ich nicht die nötige Ruhe fand, meine Beiträge auf unserer Homepage nachzuführen. 
Unzählige Male wurde ich von ganz unterschiedlicher Seite ermutigt, meine Erlebnisse und Erfahrungen in einem Buch zu veröffentlichen. Über das grosse Interesse war ich etwas erstaunt. Zwischenzeitlich habe ich mich entschieden, tatsächlich ein Buch zu verfassen, um meine Leidenschaft mit Interessierten zu teilen.
Nichts desto trotz werde ich aber selbstverständlich unsere Homepage weiterhin nutzen, um euch möglichst zeitnah einen direkten Einblick ins Leben auf Pagan zu ermöglichen.  

Wie geht es nun weiter? 
Eigentlich sollte ich schon längst auf See Richtung Gambier Inseln (Französisch Polynesien) sein, doch habe ich sehr ärgerliche Probleme mit den Batterien, die ersetzt werden müssen. Mitte nächster Woche sollten die Neuen geliefert werden. Ich werde noch vor meiner Weiterfahrt berichten.

Bis dahin herzliche Grüsse
Peter

Sprung zurück an’s Festland

Veröffentlicht 1 Kommentar

Auch mir ist der Sprung an’s Festland geglückt – ich bin nun in Chile!

Ich hatte eine sehr erlebnisreiche, teilweise auch herausfordernde Zeit in der Antarktis. Viele Bilder und Gefühle, die Einsamkeit aber auch Begegnungen mit Menschen und Tieren, sowie die permanente Auseinandersetzung mit der Natur und dem Eis werden mir in bester Erinnerung bleiben… und sollte mein Rückweg nach Europa in der „Nähe“ der Antarktis durchführen, wird sie mich ganz sicher nochmals anlocken!

Von der Antarktis bin ich direkt nach Puerto Montt in Chile gesegelt. Auf dieser schwierigen, 1’700 sm lange Strecke hatte ich aber ausserordentliches Wetterglück.

Vor der Chilenischen Küste kamen plötzlich hunderte von Delfinen auf Pagan zugeschossen. Als Vorgeschmack, hier schon mal einige Bilder.

Dann begann aber erst die „Flugshow“. Sie vollführten die tollsten und ausgefallensten Sprünge – so etwas habe ich noch nie gesehen!

Nach 14 Tagen auf hoher See: Könnte es einen schöneren Empfang geben? 

Ich werde Pagan nun für einige Wochen in der Marina del Sur in Puerto Montt stationieren, zurück in die Schweiz fliegen, die Zeit mit der Familie geniessen, viele Arbeiten erledigen und versuchen, das „Bordkässeli“ wieder etwas aufzufüllen. 

Es ist mir ein grosses Anliegen, meine Berichterstattung auf unserer Homepage so schnell als möglich zu aktualisieren. Das verspreche ich schon jetzt, es gibt viel Spannendes zu berichten!

Mitte Mai kehre ich auf Pagan zurück und werde zu den rund 3’400 sm entfernten Gambier Inseln (Französisch Polynesien) segeln. Wenn ich schnell genug bin (davon gehe ich aus…), werde ich noch kurze Zwischenhalte auf den Osterinseln und der Pitcairn Insel machen.
Etwas ist jedoch klar, am Samstag, 6. Juli 2019 werde ich spätestens um 13.00 Uhr in Mangareva (Gambier Inseln) sein, denn 13.05 Uhr landet dort ein „Inselhopper“ aus dem Gertrud und Flurina aussteigen werden!
Zusammen werden wir drei Monate auf einem etwas unüblichen Weg die Südsee erkunden. Darauf freuen wir uns sehr!

Herzliche Grüsse
und schon bald mit dem nächsten Etappenbericht

Peter

Nach 63 Fahrtentagen und 6’414 sm gut in Stanley Harbour angekommen!

Veröffentlicht 1 Kommentar

Am Freitag, 28. Dezember bin ich nach 63 Fahrtentagen und 6’414 sm gut in Stanley Harbour angekommen. Die Überfahrt von Madeira zu den Falklandinseln führte mich durch unterschiedliche Klimazonen, durch Flauten und Stürme und war spannend und sehr bereichernd. In Stanley wurde ich sowohl von den Leuten als auch den ersten Pinguinen sehr herzlich empfangen.

Die letzten Tage habe ich alle Reparaturen auf Pagan erledigt und alles für die Überfahrt der Drake Passage in die Antarktis bereit gemacht. Es ist eine etwas berüchtigte Strecke, die Fachliteratur mahnt zur Vorsicht:
„Before even considering sailing to Antarctica, it is worth noting the guidelines issued by the UK Gouvernement for yachts crossing the Drake … most of the commercial yachts regularly operating in these waters have been knocked down, several have been rolled over through 360 degrees. Any skipper should be mindful of this when preparing a vessel for the area.“

Das Wetter in diesen Breitengraden ist sehr wechselhaft. Morgen Abend scheint aber ein gutes Wetterfenster zu sein, um die Überfahrt zu starten. Diese Chance möchte ich natürlich nutzen und werde mich morgen, Mittwoch, 9. Januar 2019 voraussichtlich auf den Weg in die Antarktis machen. Ich rechne mit rund 6 Tagen. Ich freue mich auf den Hochsommer in eisiger Kälte!

Selbstverständlich werde ich davon später berichten.
Bis dahin gute Zeit!

Den ersten Teil der Überfahrt Madeira – Falklandinseln habe ich zusammengestellt und aufgeschaltet, den zweiten Teil konnte ich noch nicht fertig stellen. Da müsst ihr euch noch eine Weile gedulden…

–> Hier geht es direkt zum Artikel!

Gut angekommen auf den Falklandinseln! Rückblick auf Madeira

Veröffentlicht Schreibe einen Kommentar

Auf der rund 6400 sm langen Überfahrt von Madeira zu den Falklandinseln habe ich einige ruhigere Momente dazu genutzt, die schöne gemeinsame Zeit und die Erlebnisse mit Gertrud und Flurina auf Madeira setzen zu lassen und einige Eindrücke festzuhalten.

Papageienblume: Das Wahrzeichen von Madeira und Flurinas Lieblingsblume

–> Hier geht es direkt zum Beitrag.

Start zu den Falklandinseln!

Veröffentlicht 1 Kommentar

Die Ferien zusammen mit Gertrud und Flurina sind wie im Fluge vergangen. Vor einer knappen Woche mussten sie leider schon wieder zurück in die Schweiz. Wir hatten eine ausgesprochen schöne, erlebnisreiche und gute Zeit in Madeira!

Eigentlich wollte ich noch einen kurzen Bericht darüber schreiben, bin aber nicht mehr dazu gekommen. Kaum sind Gertrud und Flurina nämlich weggereist, haben sich auf Pagan der Alltag, die Menükarte und die Essenkultur drastisch verändert…

Jede freie Minute habe ich dazu verwendet, Pagan für die knapp 6’000 sm lange Überfahrt zu den Falklandinseln bereit zu machen. Die Inseln liegen auf 51 Grad Süd. Der Weg dorthin führt teils durch stürmische Gebiete und so darf nichts dem Zufall überlassen werden.

Ab morgen hat die Wetterprognose günstige Winde aus nördlicher Richtung vorausgesagt – das lasse ich mir natürlich nicht entgehen, morgen ist Start!

Falls ich aus irgendeinem Grund einen Zwischenhalt brauche, würden sich die Kap Verden oder Rio de Janeiro anbieten. Ich lege mich aber noch nicht fest, nehme es, wie es kommt. Ich hoffe einfach, dass ich an Weihnachten nicht ganz alleine, irgendwo im rauen Südatlantik herumsegle, sondern bereits auf den Falklandinseln, in einer gut geschützten Bucht friedlich vor Anker liege – es wird aber zeitlich knapp!

Meine Position kann wie üblich jederzeit auf dieser Website mitverfolgt werden.

Bestimmt werde ich auf den Falklandinseln noch über die Zeit in Madeira und die Überfahrt berichten.

Bis dahin wünsche ich allen eine gute Zeit!

Gertrud und Flurina zu Besuch

Veröffentlicht Schreibe einen Kommentar

Jetzt sind Gertrud und Flurina für gut zwei Wochen auf Pagan zu Besuch. Darauf habe ich mich schon lange gefreut! Zusammen erkundigen wir die wunderschönen Inseln von Madeira.

Für Gertrud und mich werden viele Erinnerungen wach, vor über 32 Jahren sind wir mit unserer ersten Yacht, Meinwen, von Irland direkt nach Madeira gesegelt und haben vor dem traumhaften Sandstrand von Porto Santo geankert. Die Segelreise nach Porto Santo war unsere erste Langstrecke. Genau hier waren wir vor ein paar Tagen, als uns ein giftiger Wind um die Ohren pfiff, den wir im Hafen vor Anker abwetterten. Diese Zeit habe ich gerade genutzt, um den Beitrag „Bremerhaven – Madeira“ fertig zu stellen, den ich soeben unter „Berichte & Fotos“ auf der Website aufgeschaltet habe.

Viel Spass beim «mitsegeln»!

–> Hier gehts direkt zum Bericht

Interessiert, was hinter Pagans Segeln läuft?

Veröffentlicht 2 Kommentare

Einige Bemerkungen im Voraus
Vor über 30 Jahren haben Gertrud und ich als 21 jährige Segel-Greenhorns in Schottland unsere erste Yacht «Meinwen» (Rival 32) gekauft. Nach zwei kurzen Probeschlägen sind wir dann gleich zu unserer dreijährigen Weltumsegelung aufgebrochen. So haben wir die Welt im Sturm erobert!
Zurück in der Schweiz kamen unsere drei Mädchen, Katrin, Martina und Flurina zur Welt und wir segelten als Familie zuerst noch auf «Meinwen», später auf «Aeolus» (Nicholson 39) in Westafrika, der ganzen Ostsee bis nach St. Petersburg (Russland) und in Norwegen bis Spitzbergen. In Spitzbergen erwachte erneut meine grosse Faszination an Polargebieten, die ich schon seit Kindheit verspüre.
2014 erwarben wir «Pagan», eine Damien ll, ein 30 Tonnen schweres, sehr seetüchtiges Expeditionsschiff aus Stahl, schonergetakelt mit einem 10 Tonnen schweren Schwenkkiel. Die Yacht ist sehr einfach gehalten, keine hydraulischen oder elektrischen Winchen, keine Fallen, die ins Cockpit führen, keine ausgeklügelten Reffsysteme, kein unnötiger Luxus – dafür alles äusserst stabil gebaut. Details über das Schiff und zur Ausstattung werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in den entsprechenden Kapiteln publizieren. Während der letzten Jahre überholten wir Pagan von Grund auf, was uns in aller Hinsicht immer wieder an unsere Grenzen brachte.

Törnplan
Unsere Törnplanung sieht wie folgt aus:
Bremerhaven – Madeira – Falklandinseln – Antarktis – evtl. Chile – Französisch Polynesien – Südsee – Neuseeland – danach noch unsicher

Von Bremerhaven bis Französisch Polynesien werde ich einhand segeln.
In Madeira kommen Gertrud und Flurina für zwei Wochen zu Besuch.
Nach der Antarktis werde ich Pagan entweder in Chile oder in Französisch Polynesien für einige Wochen in einen sicheren Hafen legen und nach Hause zurückkehren.
Im Juli 2019 werden Gertrud, Flurina und ich uns in Französisch Polynesien treffen und drei Monate gemeinsam durch die Südsee segeln.
Über die Hurrikan Saison plane ich Pagan alleine nach Neuseeland zu bringen.

Warum bloss in die Antarktis?
Was ist es, was mich an der Antarktis so fasziniert? Es ist der Kontinent der Extreme:

In der Antarktis…

  • werden die tiefsten Temperaturen gemessen
  • toben die meisten Stürme
  • ist 99% des Kontinents mit Eis bedeckt
  • ist der trockenste Ort der Erde, trockener als in der Sahara
  • werden die grössten Süsswasservorräte der Welt gespeichert (75% des Süsswassers auf der Erde wird in Form von Eis gespeichert, 90% davon in der Antarktis)
  • gibt es keine einzige Siedlung, wo Menschen dauerhaft leben
  • geht die Sonne nur einmal im Jahr auf und einmal im Jahr unter (Südpol)
  • ist die lebensfeindlichste Gegend der Erde: Nur zwei Blütenpflanzen haben sich ansiedeln können und nur zwei Tierarten leben ganzjährig auf dem Kontinent: Eine kleine, flügellose Mücke und eine von Auge kaum wahrnehmbare Milbe
  • haben sich wohl die meisten Tragödien mit Seefahrern, Entdeckern, Wal- und Robbenfängern, Forschern und Abenteurern abgespielt

Und was suche ich nun genau dort, an einem solch unwirtlichen Ort?

Es sind genau diese Extreme, die mich faszinieren, mir aber auch ein bisschen Angst, vor allem aber hohen Respekt einflössen. Im Wissen, dass die Naturkräfte immer stärker sind als die eigenen, möchte ich mich ihnen nicht zu stark widersetzen und trotzen, sondern möglichst im Einklang mit ihnen in diese Wildnis reisen, um einen Augenschein von diesem magischen Ort nehmen zu dürfen. Wenn es die Naturgewalten, unsere Yacht Pagan und meine eigenen Kräfte es zulassen, würde mich ein solcher Besuch in der Antarktis natürlich sehr freuen. Sollten aber irgendwann auf der Reise neue Faktoren klar dagegensprechen, werde ich das Projekt abbrechen bzw. so anpassen, dass es mir wieder vertretbar und sicher erscheint.

Ich empfinde es als ein grosses Geschenk, dass ich diese Abenteuerreise in diese Wildnis nun tatsächlich alleine antreten darf. Dies ist nur möglich, da ich schon seit vielen Jahren Segelerfahrungen zusammen mit Gertrud und der Familie sammeln durfte, mit Pagan eine ausgesprochen seetüchtige Yacht habe und mich meine Familie, trotz gemischten Gefühlen, in diesem Vorhaben voll und ganz unterstützt.

www.expeditionpagan.com
In unserem Bekannten- und Freundeskreis ist das Projekt auf viel Interesse gestossen. Auf unserer Website werde ich deshalb in unregelmässigen Abständen einige Bilder und Berichte veröffentlichen, die es allen Interessierten ermöglichen soll, diese Reise ein bisschen mitzuerleben und um meine Faszination zu teilen. Die Website kann ich nur dann aktualisieren, wenn ich die Zeit, Lust, Musse und vor allem Internet-Zugang habe. Dies wird nicht allzu oft sein, da nach Madeira der nächste Stopp erst auf den Falklandinseln geplant ist. Ausnahme sind die aktuellen Positionen auf der Website, die über einen Tracker an Bord laufend automatisch nachgeführt werden.

Nach der Reise werde ich aber bestimmt alles etwas detaillierter aufarbeiten und bebildern.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern eine gute Zeit und hoffentlich einige vergnügliche und interessante Einblicke!